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Ergebnisse aus den DemoCRAZY-Workshops in Biedenkopf zu bestaunen

Die Ergebnisse von sechs Workshops in acht Monaten konnten am Sonntag, dem 29. Oktober im Rathaus zu Biedenkopf der Öffentlichkeit präsentiert werden. Über 30 Teilnehmende in wechselnder Besetzung arbeiteten sich in dieser Zeit durch Themen wie Fotografie, Grafik, Video, Nähen, Musik und Musical. Viele von ihnen waren zudem bei den Schlossfestspielen am diesjährigen Stück „Die Hatzfeldt“ aktiv, teils sogar in einer kleinen Rolle.

Kleine musikalische Darbietung als Entrée
Wer den Weg ins Biedenkopfer Rathaus gefunden hatte, der wurde mit einer kleinen Darbietung der erlernten Musikstücke aus dem Musik-Workshop reichlich belohnt: Vier Lieder aus vier verschiedenen Ländern hatten die Teilnehmenden – allesamt junge geflüchtete Menschen zwischen 15 und 20 Jahren – einstudiert. Der Kanon „Heho, spann den Wagen an“ wurde mit einer Gewitterperformance eingeleitet. Beim amerikanischen Cupsong aus dem Film „Pitch Perfect“ hielten die jungen Musiker*innen durch das Schlagen von Plastikbechern den durchaus komplizierten Rhythmus für das Stück. Je ein syrisches und ein afghanisches Lied, vice versa für die jeweils anderen Sprachräume übersetzt, schaffte Verständigungsbrücken für die Teilnehmenden.

Kostüme aus Mittelalter und Fantasywelten
Im Näh-Workshop wurden den Teilnehmenden vielschichtige kreative Fertigkeiten abverlangt: vom Technikverständnis des Arbeitsmittels über das Zeichen der Schnittmuster bis hin zur dreidimensionalen Umsetzung. Es entstanden nicht nur Teile der Kostüme für das Musical, sondern die Teilnehmenden konnten auch kreativ beispielsweise den Mantel ihrer Heldenfigur aus dem Lieblings-Computerspiel zum Leben erwecken – eine eindrucksvolle handarbeitliche Leistung!

Selbstbild und Wahrnehmung der Umwelt
In weiteren Räumen des Rathauses waren die Ergebnisse aus Grafik- und Fotografie-Workshop ausgestellt. Im Grafik-Workshop wurde sich mit dem eigenen Portrait beschäftigt. Die Teilnehmenden sollten ihre Portraits zunächst alle mit denselben farblichen Vorgaben anfertigen, um im späteren Schritt eigene Interpretation daraus entstehen zu lassen. Die entstandenen Werke des Fotografie-Workshops zeigten spannende Auseinandersetzungen der geflüchteten jungen Menschen mit ihrer neuen Heimat. Im weiteren Schritt entstanden aus den Fotografien Plakate mit Schriftzügen und interessanten Montagearbeiten.

Falkenflug und Poetry
Zusätzlich zu den fest eingeplanten Workshops konnten die DemoCRAZY-Teilnehmer*innen einen Nachmittag mit einer Falknerin aus Offenbach verbringen, um das Wesen des Wüstenbussards kennenzulernen und beim Poetry-Slam-Workshop mit Florian Cieslik eigene Texte entwickeln. Projektleiterin Martina Koelschtzky, die stolz durch die Ausstellung führte, konnte von vielen berührenden Erlebnissen während der Projektzeit berichten: Besonders die jungen Frauen entwickelten im Laufe der Zeit ein selbstbewussteres Auftreten und rezitierten beispielsweise beim Poetry-Slam vor Publikum ihre deutschen Texte. Die Stimmung beim Abschlussfest war sehr harmonisch: Die Teilnehmerinnen tanzten gemeinsam mit dem neuen Kulturreferenten Frank Wölfl zu orientalischer Musik.
si

Weitere Informationen:
Projektbeschreibung

Webredakteur-LKB

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