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Jede*r ist König*in in der Schule am Sommerhoffpark

Eine Woche lang konnte in der Schule am Sommerhoffpark jede*r König*in sein: Mit dem TheaterGrueneSoße zu Gast beschäftigten sich die Schüler*innen der Schule mit dem Förderschwerpunkt Hören vor den Weihnachtsferien intensiv mit dem Theaterspielen. Stolz führten die beteiligten Jugendlichen ihr kleines Stück am letzten Tag vor den Grundschüler*innen auf.

In allen stecken kleine König*innen
Einfallsreich wurde der Eingangsbereich der Sommerhoffschule in einen kleinen Theatersaal verwandelt. Die geladene Grundstufe füllte die Turnbänke und bewunderte aufgeregt das bunte Bühnenbild. Da konnte man in witzigen Bilderrahmen die Portraits aller Schauspieler*innen von den Wänden hängen sehen. Ein silbernes Segel hing über der Bühne, eine güldene, mit bunten Steinen besetzte Krone war mittig platziert worden und regte zu heißen Diskussionen an. Schließlich noch die ein oder andere Begrüßungsrede mit Gebärdendolmetscherin und endlich konnte es losgehen. Die aufgeregten Darsteller*innen betraten der Reihe nach die Bühne, um von der Treppe zum oberen Stock aus auf ihren Einsatz zu warten – ein geschickt in die Bühne integrierter Off-Bereich. Das Stück mit dem Thema „Könige sind wir“ zeichnete in wunderbaren, teils sogar slapstickartigen, Szenen den Weg einer Königin nach:

Eine Krone wird entdeckt. Mehrere Personen wollen diese haben. Nur „wahre“ König*innen können sie bekommen. Der Test: Wer kann das Schwert aus dem Stein ziehen? Diejenige, die es am wenigstens wünscht, schafft es und wird Königin. Ein kleiner Film gibt Einblick in ihr königliches Leben mit all den Vorteilen und Nachteilen, dem Luxus und schwierigen Aufgaben. Es vergehen viele Jahre und die Königin wird älter. Eine direkte Nachfolge gibt es nicht. Es muss also herausgefunden werden, wer König oder Königin werden kann und über welchen Weg. Zunächst streiten sich diejenigen, die meinen es am meisten zu verdienen – es führt zu nichts. Andere versuchen es mit Wahlkampf und den besseren Argumenten – es führt zu nichts. Schließlich taucht das Militär auf und es kommt zum Krieg – es führt zu nichts. Am Ende hat der Zeremonienmeister eine Idee und findet eine Truhe mit 15 Kronen. Alle werden König*innen und teilen sich ein großes Land – in allen stecken König*innen.

Vom Theatersehen zum Theaterspielen
Gemeinsam mit den Jugendlichen stand zur Vorbereitung der Projektwoche das Theaterstück des TheaterGrueneSoße „Dreimal König“ auf dem Programm. Gleichzeitig sammelte man alles, was es rund um das Thema Königtum zu finden gab. Fragen kamen auf, wie „Kann ein*e König*in gewählt werden oder ist der Thron Geburtsrecht?“ oder „Was hat ein*e König*in eigentlich den ganzen Tag so zu tun?“ und Wünsche an eine*n König*in kamen auf, wie „4 Tage Woche, 1 Jahr Schule – 1 Jahr frei, Unterkunft und Wohnung für alle, vegane Kekse für alle, mehr Züge, kostenfreies Bahnfahren, echte Pokemons auf der Erde, …“. Daraus entwickelten sich schnell eigene Spielideen. Die meisten der Jugendlichen hatten zum ersten Mal die Gelegenheit, Theater zu spielen und waren voller Eifer bei der Sache. In drei Kleingruppen konnte in den Bereichen Theater, Film und Bühnenbild/Kostüm rotiert werden. Dabei entstand die wunderbare „Ahnengalerie“ und für jede*n eine Krone. Besonders die Produktion des kleinen Films machte allen Beteiligten große Freude, da sich thematisch mit dem königlichen Tagesablauf wild ausgetobt werden konnte. Die Einzelergebnisse des Tages stellte man dann untereinander vor und gewann so schon ein bisschen Rampenlichterfahrung.

Wichtige Erfahrungen für die Jugendlichen
Die Schulleiterin Frau Schindelmann zeigte sich hoch erfreut und gerührt über die gelungene Darbietung ihrer Schüler*innen. Eine solche Gelegenheit, sich intensiv mit darstellender Kunst auseinanderzusetzen, gäbe es nicht oft an der Schule. Auf das Ergebnis könnten alle stolz sein, betonte sie in ihrer Ansprache. Teilweise brachte das Theaterspielen so manch eine Person an ihre Grenzen der Herausforderung. Vor allem das Vorspielen vor den anderen Jugendlichen fiel einigen schwer. Umso schöner, dass am Ende die Präsentation ein Erfolg war und von den kleinen Zuschauer*innen mit so viel Aufmerksamkeit und Anteilnahme belohnt wurde, berichtete Fiona Louis vom TheaterGrueneSoße. Manche konnten unentdeckte Talente zum Vorschein bringen und aus „Ich kann das nicht“ oder „Das ist zu peinlich“ entwickelten sich die präzisesten Spieleinsätze. Dass in so vielen unterschiedlichen Bereichen während der Woche Erfahrungen gesammelt werden konnten, gefiel allen Jugendlichen sehr. Auch die Grundstufe hatten beim Aufbau des Bühnenbilds ihre eigenen spannenden Erlebnisse zu verzeichnen: Zum Test der provisorischen Leinwand wurde eine Charlie-Chaplin-Szene projiziert. Die vorbeikommenden Kinder amüsierten sich köstlich. Jedes Mal, wenn sie versuchten, ihre Hand ins Bild zu strecken, wich die Projektion aus. Ein kleiner Tanz entspann sich, ein Fangspiel mit Licht und Kindern.
si

Weitere Informationen:
TheaterGrueneSoße
Projektbeschreibung

Webredakteur-LKB

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