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Schüler*innen entdecken „Was Steine erzählen“

Die wechselvolle Geschichte der Synagoge in Hofgeismar ist der Ausgangspunkt für ein besonderes Projekt der Schüler*innen der Klasse 9Rc der Gustav-Heinemann-Schule. Nur noch wenige Steine sind heute von dem ehemals prächtigen Gebäude übrig, dennoch finden sich in der Stadt viele Spuren, denen die Schüler*innen mit Unterstützung des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde Kassel 1834 e. V. nachgehen.

So fand der zweite Projekttag in der jüdischen Abteilung des Stadtmuseums Hofgeismar statt. Natürlich drehte sich alles um das große Projektthema: Die verschwundene Hofgeismarer Synagoge – diesmal mit dem Schwerpunkt der Besonderheiten des ehemaligen Bauwerks und der religiösen Bedeutung der verschiedenen Elemente des Innenraums. Alle Schüler*innen hatten dabei die Aufgabe, einen Teil der vielfältigen Informationen selbst zu erarbeiten und der Gruppe zu erläutern. Moderiert und ergänzt wurde diese interaktive Führung wechselweise von dem museumspädagogischen Team der jüdischen Abteilung, bestehend aus Julia Drinnenberg, Gabriele Hafermaas und Arnd Naundorf.

Alle Schüler*innen nahmen ein Projektheft in Empfang, das als Arbeitsheft und gleichzeitig als eigenes Nachschlagewerk genutzt wird. Das Ziel ist, selber in der Lage zu sein, bei der geplanten Ausstellung später Führungen zu übernehmen und über Details Auskunft geben zu können. Nach einer Pause begann die Arbeit an den Exponaten: Die Schüler*innen bewiesen dabei eine genaue Beobachtungsgabe und großes Zeichentalent beim Abbilden der Gegenstände, die Teil der Ausstellung sein werden.

Das Projekt Was Steine erzählen integriert über mehrere Monate hinweg lokalgeschichtliche Forschungen und religiöse Studien fächerübergreifend in den Schulalltag. Mit der Mathematiklehrerin Frau Christiane Wesemann wird momentan an Berechnungen gearbeitet, die die Ermittlung des genauen Standortes der Synagoge am Petriplatz möglich machen. Dazu wurde vor Ort das Areal ausgemessen und der Standort der von den Nationalsozialisten abgerissene Synagoge dokumentiert. „Was die Schüler hier erarbeiten ist eine eindringliche und lebendige Erfahrung und unersetzliche Bereicherung für den Unterricht“, findet auch die Klassenlehrerin Irmgard Ehls.

Weitere Arbeitsschritte für die Schüler*innen sind unter anderem das Vorbereiten einer Bürger_innenumfrage im Deutschunterricht, Internetrecherchen zur Erarbeitung von Zeitleisten, Dioramen und Dialogen, sowie die Erstellung einer drei mal zwei Meter großen Raster-Vergrößerung eines historischen Bildes der verschwundenen Hofgeismarer Synagoge.

Text: Julia Drinnenberg

Webredakteur-LKB

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