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Im Frankfurter Güneş Theater werden Träume wahr

(Meine) Geschichte – eine Biografiearbeit mit jungen Erwachsenen von 17 – 27 Jahren
Der Internationale Bund Frankfurt hatte zu einem biografischen Theaterprojekt aufgerufen, dessen Ergebnis elf junge Erwachsene stolz im Güneş Theater im Frankfurter Gallus bei einer Vormittagspremiere am Donnerstag, den 29. Juni vor vollem Saal präsentierten.

Vom Reden zum Handeln
Insgesamt nahmen 20 Jugendliche aus verschiedenen Bereichen der Bildungswerkstatt des Internationalen Bundes (Technikzentrum für Mädchen und Frauen, Ausbildungsvorbereitung, Ausbildung zur/m Raumausstatter*in) am außerschulischen Projekt teil. In den über zwölf Treffen seit März ging es zunächst um Biografiearbeit in Form einer Erzählwerkstatt, in der die Jugendlichen reflektieren konnten, was ihnen wichtig ist. Hier entstanden Geschichten und Gedichte und in einer Bastelwerkstatt entwickelte sich ein buntes Bühnenbild. Der Theaterpädagoge Uli Bogensperger hatte den Teilnehmenden ein Brettspiel als Grundlage angeboten, über das die Vielfalt möglicher Lebenswege thematisiert und spielerisch ausprobiert werden konnte. Während der gemeinsamen Arbeit formte sich schließlich ein eigenes Stück, was den Träumen jedes Einzelnen Raum gab: eine multimediale Präsentation mit Foto, Film, Musik, Spiel und Vortrag – Rahmenhandlung der bunten Darbietung ist das Zusammentreffen der Jugendlichen an ihrem Lieblingsplatz. „Denn so unterschiedlich die genutzten Darstellungsformen, so unterschiedlich sind auch die Jugendlichen“, meint Sozialpädagogin Sandra Kanbak, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Timo Gassmann das ambitionierte Projekt leitet.

Die Geschichten
Natalie erzählt von der Botschaft ihrer Lieblingsserie, des britischen Kult-Science-Fiction-Klassikers „Doctor Who“, der den Menschen hilft und Gutes tut, denn so wünscht sie sich die Gesellschaft auch ein bisschen mehr. Larisa, Albulena und Joana wiederum spielen Mobbing-Szenen aus ihrem Alltag vor. Sie finden es sehr schlimm, dass junge Menschen wegen ihres Äußeren gedemütigt werden und so in Depressionen verfallen können. Kevin wiederum hält einen kleinen Vortrag über sein liebstes Hobby, der Eisenbahnsimulationen mittels der Computersoftware EEP, wofür er sogar ein kleines Video gezaubert hat. Auch der Wunsch, einmal beim illegalen Sprayen den Sieg über die Staatgewalt davonzutragen, wird thematisiert und mit einem Radschlag akrobatisch gekrönt. Schließlich trägt Abdirizak aus Somalia das selbst erfundene Märchen eines Jungen, der Leistungssportläufer werden will, um seine Familie zu ernähren, vor – was nicht so weit, von seiner Realität entfernt liegt.

Jedes Thema ein eigenes T-Shirt
Nicht nur das Bühnenbild ist in mühevoller Arbeit von den Teilnehmenden selbst bemalt worden, auch haben die Darsteller*innen für jedes Thema ein eigenes T-Shirt entwickelt. Theaterpädagoge Uli Bogensperger ist immer wieder überrascht worden von den jungen Erwachsenen: „Auch wenn die Proben aufgrund immer anderer Teilnehmerkonstellationen oft improvisiert werden mussten, es passierte viel Spontanes, sogar jetzt bei der Aufführung überraschten die jungen Schauspieler*innen mit gelungenen Textveränderungen und Improvisationen.“ Das gesamte Projekt von der Erarbeitung bis hin zur Präsentation war für alle Beteiligten aber mehr als nur Spiel: nämlich eine wunderbare Möglichkeit, sich über die eigenen Wünsche und Ziele im Leben klar zu werden.

Wer sich (Meine) Geschichte anschauen will, der hat dazu noch Gelegenheit am Samstag, dem 01.07.2017 um 18 Uhr im Güneş Theater, Rebstöcker Straße 49 d, Frankfurt-Gallus.
si

Weitere Informationen:
Projektbeschreibung (Meine) Geschichte
Pressebericht der fnp vom 30.06.2017

Termine der Aufführungen immer aktuell auf unserer Website

Webredakteur-LKB

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