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Zirkussommerferien in Nordhessen

Es regnete zwar in Strömen, doch das beeinflusste keineswegs das bunte Treiben in der Turnhalle der Ernst-Reuter-Schule in Edermünde/Grifte: Denn hier wurde am Freitagmorgen, dem 11. August fleißig an den eingeübten Zirkusnummern gefeilt, um den Eltern dank der lehrreichen Unterstützung des internationalen Kinder- und Jugendzirkus‘ RAMBAZOTTI aus Kassel, eine perfekte Zirkusshow bieten zu können.

Wenn der gelbe RAMBAZOTTI-Bus kommt
Der Kasseler Kinder- und Jugendzirkus RAMBAZOTTI hatte sich einiges für die Sommerferien vorgenommen: An fünf Orten rund um Kassel gastierte das Zirkuspädagogikteam mit ihrem gelben Tourneebus vollgepackt mit spannenden Zirkusutensilien. Die Idee, sich mit Freude, Spaß sowie Ehrgeiz und Disziplin gleichermaßen in den Ferien auseinanderzusetzen, um dabei noch bewundernswerte Fertigkeiten zu erlernen und körperliche Geschicklichkeit zu trainieren, erfreute über 100 Kinder und Jugendliche und gestaltete ihre Sommerferien zu einem bunten Spektakel um. In Witzenhausen, Naumburg, Hofgeismar und Wolfhagen war der Zirkusbus schon unterwegs, bis er in der Ernst-Reuter-Schule in Edermünde/Grifte zum Ferienende angelangte.

Durch nahe Ziele die Konzentrationsfähigkeit stärken
Zunächst konnten alle Teilnehmenden sich an allen Möglichkeiten der Zirkusartistik ausprobieren. Die Spannbreite reichte vom Einradfahren und Jonglieren über Trapezkunst zur Akrobatik und vielem mehr.  Dann mussten die Kinder sich für zwei Disziplinen entscheiden und auch dabei bleiben. Eine Woche lang wurde von 9:30 – 14:30 Uhr konzentriert trainiert. „Was letztendlich bei der Show präsentiert wird, hängt allein von den Kindern und ihren Möglichkeiten ab“, meinte Profiartist Jonas. Vor allem ginge es aber darum, den jungen Menschen auch mit kleinen Schritten ein Erfolgserlebnis zu verschaffen und gleichzeitig die Idee von Zusammenhalt in einer Gemeinschaft zu stärken. Dass mit der Abschlussshow ein Ziel in greifbarer Nähe locke, sporne die Kinder enorm an.

Relevanz geförderter Maßnahmen steigt
Frau Kibbhen, Erzieherin vom Förderverein Betreuung Grundschule Grifte, die mit ihrem Team maßgeblich für die Aktivitäten außerhalb des Unterrichts verantwortlich ist, stellte fest, dass inzwischen selbst im scheinbar so behüteten ländlichen Raum immer mehr Geringverdiener*innen und Alleinerzieher*innen um die täglichen Freuden im Alltag kämpfen müssen. Möglichkeiten  für wie die Teilhabe aller an solchen Projekten sei daher um so wichtiger. Der Verein hatte sich ein Solidaritätskonzept überlegt, wobei für die Ferienaktivitäten je nach finanzieller Möglichkeit Beiträge entrichtet wurden. Außerdem hatte das Team gezielt diejenigen Kinder angesprochen, bei denen klar war, dass sie von der Teilhabe profitieren könnten. Enorm wichtig seien solche außerschulischen Maßnahmen für Kinder aus geflüchteten Familien, da sie im Unterricht schwerer Zugang zu anderen Mitschüler*innen bekämen und über die körperliche und spielerische Arbeit mit den anderen Kindern aufblühten und wieder Selbstwert aufbauen würden.

Inspiration und Zuckerwatte für Jung und Alt
Wunderbar geschminkt, aber unendlich aufgeregt waren die 20-köpfigen Nachwuchsartisten dann doch – und fragten jede Minute nach der Uhrzeit. Schließlich füllte sich die Turnhalle und es mussten noch weitere Sitzgelegenheiten herbeigetragen werden, damit alle Platz fanden. Eine durchweg gelungene und mit reichlich Applaus belohnte Show zauberte allen ein stolzes Lächeln auf die bemalten Gesichter. „Nicht nur für die Kinder war die Maßnahme toll, auch wir vom Team wurden sehr inspiriert und haben schon ganz viele Ideen für unser zukünftiges Nachmittagsprogramm gesammelt“, meinte Frau Kibbhen. Doch die Zuckerwattemaschine, an der sie sich mit großem Eifer zu schaffen machte und damit die Gäste beglückte, musste leider am Ende der Show wieder dem Zirkus mit in den gelben Bus gegeben werden.
si

Weitere Informationen:
Projektbeschreibung Circo la Pampa
Website von Rambazotti e. V.

 

Webredakteur-LKB

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