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FAQ

 

Häufig gestellte Fragen zum Kulturkoffer

Ob zu den Förderhinweisen oder zur Antragstellung – hier finden Sie weitere Details zum Kulturkoffer. Falls Sie Fragen haben, nehmen Sie gern Kontakt zur Koordinierungsstelle auf! Die FAQ werden kontinuierlich ergänzt.

Was ist der Kulturkoffer?

Der Kulturkoffer ist ein Modellprojekt und Förderprogramm der Hessischen Landesregierung, durchgeführt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) und koordiniert von der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen (LKB)  e. V. Mit den Fördermitteln des Kulturkoffers erhalten Hessens Kulturakteure Gelegenheit, bereits bestehende Erfolgsprojekte im Bereich der Kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche weiterzuentwickeln (z. B. neue Veranstaltungsorte oder -formate zu ergänzen) und innovative Projektideen umzusetzen. Bepackt mit vielen neuen Projekten ist es das Ziel des Kulturkoffers, das kulturelle Bildungsangebot für in Hessen lebende Kinder und Jugendliche flächendeckend auszubauen und insbesondere bildungsbenachteiligten jungen Menschen über niedrigschwellige Angebote (kostenlos/-günstig, freiwillig, gut erreichbar, nah an der jugendlichen Lebenswelt) mehr Teilhabe an Kunst und Kultur zu ermöglichen.

Welche Bildungsangebote können gefördert werden?

Gefördert werden können Angebote der Kulturellen Bildung aller künstlerischen Sparten, Themen der Alltags- und Jugendkultur, Medienbildung und Leseförderung ebenso wie interdisziplinäre, interkulturelle und intergenerative Maßnahmen. Die Angebote können als einmalig oder regelmäßig stattfindende Workshops oder Kurse durchgeführt werden, als Ferienfreizeiten oder Peer-/Mentorenprogramme. Von der Förderung ausgeschlossen sind bereits bestehende Bildungsangebote, die ihr Angebot nicht nachweislich für die Zielgruppe des Kulturkoffers erweitern oder ausbauen.

Wer kann an den Bildungsangeboten teilnehmen?

Die Angebote des Kulturkoffers sollen vor allem in Hessen lebenden Kindern und Jugendlichen zugutekommen, die einen erschwerten Zugang zu Kultureller Bildung und Teilhabe haben. Die Altersgruppe der 10-16-Jährigen stellt die Kernzielgruppe des Kulturkoffers dar, es können aber auch Vorhaben von, für und mit Kinder/n und Jugendliche/n anderer Altersgruppen gefördert werden (von ca. 3 bis 27 Jahren), wenn diese auf vorbildliche Weise die Förderziele und -kriterien des Kulturkoffers berücksichtigen. Ein erschwerter Zugang zu kultureller Teilhabe kann durch unterschiedliche Faktoren wie Herkunft (z. B. Migrationshintergrund, Fluchterfahrung), Wohnort (z. B. ländlicher Raum, strukturschwache Regionen/Stadtteile, soziale Brennpunkte) oder soziales Umfeld (z. B. Aufwachsen in Risikolagen: Arbeitslosigkeit eines oder beider Elternteile, geringes Familieneinkommen, bildungsfernes Elternhaus) bedingt sein. Grundsätzlich verfolgt der Kulturkoffer ein integratives Konzept, daher ist die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Milieus dezidiert erwünscht, insofern dies zum pädagogischen Konzept des Projekts passt und zur Förderung der primären Zielgruppe beiträgt.

Wie kann man sich am Kulturkoffer beteiligen?

Kultureinrichtungen oder Kulturschafffende, die ein kulturelles Vermittlungsangebot für Kinder und Jugendliche anbieten möchten, schließen sich mit mindestens einem externen Kooperationspartner zusammen, um das Vorhaben gemeinsam zu entwickeln und durchzuführen.

Eine weitere Möglichkeit sich am Kulturkoffer zu beteiligen ist über Informationsaustausch und Netzwerkbildung: Die Koordinierungstelle nimmt gerne Ihre Anregungen und Hinweise zu fehlenden Angebotsstrukturen vor Ort entgegen, um bedarfsgerechte Angebote unter der Beteiligung von lokalen Akteuren dort anzustoßen, wo eine besondere Nachfrage besteht. 

Wer kann Antragsteller sein und welche Rechtsformen sind antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Träger der Kulturellen Bildung, vornehmlich gemeinnützige Kunst- und Kultureinrichtungen, kulturelle Initiativen sowie im Ausnahmefall freischaffende Künstler oder wirtschaftliche Organisationsformen, die einem künstlerischen bzw. kulturellen Zweck dienen und deren Aufgabe die Präsentation, Bewahrung und Vermittlung von künstlerischen Ausdrucksformen ist. Einrichtungen, die primär Aufgaben des Sozial- oder Bildungssystems wahrnehmen (z.B. Träger der Kinder- und Jugendhilfe etc.), können sich als Kooperationspartner einer Kultureinrichtung einbringen oder selbst als Antragsteller auftreten, insofern ein Arbeitsschwerpunkt im Bereich der Kulturellen Bildung gegeben ist.

Die Rechtsform des Antragsstellers kann z. B. sein: e.V., KöR, SöR, SbR, gGmbH, GbR. Vorrangig ist die Antragstellung Einrichtungen vorbehalten, die als gemeinnützig anerkannt sind oder sich in öffentlicher Trägerschaft befinden.

Bitte beachten:
Gebietskörperschaften (z.B. Kreise, Kommunen, kommunale Kultureinrichtungen etc.) können nur dann als Antragsteller fungieren, wenn sie die Zuwendung rechtzeitig vor Jahresende verausgaben und abrechnen, da die Auszahlung der Zuwendung bei einer beantragten Fördersumme  von unter 25.000 Euro erst nach Vorlage des Verwendungsnachweises erfolgen kann. Der Verwendungsnachweis von Gebietskörperschaften muss sobald wie möglich, spätestens bis zum 1. November des jeweiligen Förderjahres vorliegen. Nur dann ist ein Abruf der Mittel möglich. Das bedeutet, dass die Laufzeit von Projekten von Gebietskörperschaften in der Regel Ende Oktober beendet sein muss. Daher ist ggf. die Mitwirkung als Kooperationspartner eines Antragstellers vorzuziehen.

Nicht antragsberechtigt sind staatliche Einrichtungen als Teil der Landesverwaltung  (z.B. Landesmuseen, Landestheater etc.) sowie formale Bildungsorte wie Kitas, Schulen und Hochschulen sowie VHS. Sie können sich jedoch als Kooperationspartner beteiligen oder ggf. mittels eines Fördervereins als Antragsteller auftreten.

Projektträger/Antragsteller können u.a. sein:

  • Kunst- / Kulturverein
  • Kulturzentrum / Soziokulturelles Zentrum
  • Mobile Jugendkultur- / spielpädagogische Einrichtung
  • Museum / Gedenkstätte
  • Jugendkunstschule / Kunstwerkstatt
  • Musikschule / Orchester / Chor
  • Tanzverein / -schule
  • Theater(gruppe) / theaterpädagogisches Zentrum
  • Zirkus (ohne Tiere) / Jugendzirkus / zirkuspädagogisches Projekt
  • Bibliothek / Literaturhaus / Schreibwerkstatt
  • Kino / Filmverein
  • Medien- / Filmzentrum / Bürger-TV / -radio/ Offener Kanal
  • Koordinierungsbüro / Initiative / Festival
  • Außerschulische Bildungsstätte / Akademie / Bildungsträger
  • Freizeitstätte / Jugendzentrum / Familienzentrum (Träger der Kinder- und Jugendhilfe)
  • Freie Kunst- und Kulturschaffende (Einzelkünstler, z.B. Fotograf, Filmemacher etc.)
  • Kommune, Landkreis, Regionalverband
  • Wirtschaftliches Unternehmen mit kulturellem oder künstlerischem Zweck
  • Förderverein (z.B. von Schulen, Museen oder anderen Einrichtungen)
Sind auch natürliche Personen bzw. Einzelkünstler antragsberechtigt?

Im Ausnahmefall kann ein Einzelkünstler, bzw. eine natürliche Person Antragsteller sein, vorausgesetzt er/sie kann eine ordnungsgemäße Geschäftsführung und bestimmungsgemäße Verwendung der Fördermittel gewährleisten und das Vorhaben ist als nicht-kommerziell einzustufen. Grundsätzlich sollten Einzelakteure jedoch eine Kooperation mit Einrichtungen als Antragsteller anstreben.

Wer kann alles Kooperationspartner sein?

Träger der Kulturellen Bildung aus den Bereichen Kultur können sich mit Einrichtungen aus den Bereichen Jugend, Bildung, Soziales sowie Kommunen, Landkreisen, (Regional-)Verbänden oder Stiftungen zu Kooperationsteams zusammenschließen. Die Kooperationspartner sollten sich bei mit Blick auf die Zielgruppe und die Anforderungen an die kulturelle Vermittlungsarbeit in ihren Kompetenzen, Perspektiven und Strukturen möglichst ergänzen: sei es durch Expertise in den unterschiedlichen Bereichen der Kulturellen Bildung, der künstlerischen Arbeit, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, durch Zugang zur Zielgruppe oder die Bereitstellung von Infrastruktur.

Muss ein Kooperationspartner bestimmte Anforderungen erfüllen?

Idealerweise sollten die Kooperationspartner das Projektvorhaben gemeinsam planen und durchführen und sich sowohl inhaltlich als auch finanziell einbringen. Besteht eine Kooperation aus zwei Kooperationspartnern, sollte die Zusammenarbeit von inhaltlicher Qualität sein und über eine rein finanzielle bzw. infrastrukturelle Beteiligung eines Partners hinausgehen.

Darf man als Antragsteller innerhalb einer Ausschreibung mehrere Anträge für verschiedene Vorhaben stellen und dafür Fördermittel erhalten?

Ja, das ist grundsätzlich möglich.

Wie und wo können Fördermittel beantragt werden?
Welche Ausgaben sind zuwendungsfähig, welche nicht?

Zuwendungsfähig sind projektbezogene Ausgaben, die beim Zuwendungsempfänger erst durch das Projekt verursacht werden und die ohne das Projekt nicht entstehen würden. Dazu zählen Personalausgaben, insbesondere Honorare, Sachmittel/Zweckausgaben, insbesondere für Arbeits- und Verbrauchsmaterialien, Organisations- und Verwaltungsausgaben, Druck- und Werbemaßnahmen, Dokumentation, Telefongebühren (nur per Einzelnachweis), Porto, Transport- und Reisekosten, Verpflegungskosten für Teilnehmende, Miet- und Leihgebühren etc.

Projektbezogene Anschaffungen über 410,- € netto müssen im Ausgaben- und Finanzierungsplan entsprechend ausgewiesen und im Antrag begründet werden.

Nicht zuwendungsfähig sind Kosten und Ausgaben, die unabhängig vom Projekt anfallen, wie allgemeine Betriebs- und Personalkosten (Stammpersonal) sowie nicht genutzte Skontoabzüge, Flaschenpfand, Repräsentationskosten (z.B. alkoholische Getränke, Arbeitsessen), Baumaßnahmen etc.

Dürfen projektbezogene Anschaffungen getätigt werden?

Ja, sofern für das Projekt zwingend erforderlich, sind plausibel begründbare Anschaffungen (Technik, Instrumente, Möbel) möglich. Anschaffungen über 410,- € (netto) müssen im Ausgaben- und Finanzierungsplan als Anschaffung ausgewiesen und später inventarisiert werden. Konkrete Auflagen zur zweckgebundenen Nutzung nach Projektende erfolgen im Zuwendungsbescheid.

Was sind Eigenleistungen und wie können diese eingebracht werden?

Eigenleistungen sind nicht bare Leistungen (Arbeits- oder Sachleistungen), die im Unterschied zu Eigenmitteln (eigene Barmittel oder Einnahmen) keine projektbezogenen Zahlungen auslösen. Um Eigenleistungen im Rahmen der Förderantrags berücksichtigen zu können, müssen diese gesondert dargestellt und finanziell bewertet werden. Es muss sich um Leistungen des Antragstellers oder eines Kooperationspartners handeln, die gegen ein Entgelt bezogen werden müssten, wenn diese Leistungen nicht selbst eingebracht werden könnten. Maßgeblich für die Bewertung ist dabei das Entgelt, welches sonst angefallen wäre. Hohe Eigenleistungen können im Ausnahmefall fehlende Deckungsmittel ersetzen und den Fördersatz des HMWK erhöhen.

Dürfen geförderte Projekte im Folgejahr erneut beantragt werden?

Ja, erfolgreiche Projekte können sich im Folgejahr erneut um Fördermittel bewerben, vorausgesetzt es findet eine Weiterentwicklung statt und es werden neue Zielgruppen erreicht.

Wann und auf welchem Weg erfährt man, ob der Antrag bewilligt wurde?

Die eingegangenen Anträge werden von einer unabhängigen Fachjury geprüft und Projekte zur Förderung vorgeschlagen. Nach der Jurysitzung erhalten die Antragsteller je nach Förderentscheidung entweder einen schriftlichen Zuwendungsbescheid oder eine Förderabsage.

Wann darf mit dem Projekt begonnen werden?

Mit dem Projekt darf erst mit dem Erhalt des Zuwendungsbescheids begonnen werden. Wenn die Bewilligung nicht rechtzeitig erteilt werden kann und absehbar ist, dass der Antragsteller bereits vorher Aufträge vergeben, bzw. Ausgaben tätigen muss, kann er bei der Koordinierungsstelle einen Antrag auf Erteilung einer Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn stellen. Nehmen Sie diesbezüglich bitte unbedingt rechtzeitig Kontakt mit uns auf. Mit der Genehmigung eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns ist noch keine Vorentscheidung über eine spätere Bewilligung verbunden, das Risiko der Ablehnung des Förderantrags trägt allein der Antragsteller.

Muss die bewilligte Fördersumme in einem bestimmten Zeitraum ausgegeben werden?

Ja, die Zuwendung muss innerhalb des Bewilligungszeitraums verausgabt werden, d.h. innerhalb der beantragten und bewilligten Projektlaufzeit bzw. innerhalb des jeweiligen Haushaltsjahres (= Kalenderjahr), im aktuellen Förderjahr also spätestens bis zum 31.12.2017. Kommt es zu zeitlichen Verzögerungen im Projektverlauf, die eine Verlängerung des Projektzeitraums innerhalb des Haushaltsjahres 2017 erfordern, muss schnellstmöglich ein entsprechender Änderungsantrag bei der Koordinierungsstelle eingereicht und vom HMWK bewilligt werden.

Bei der Verausgabung der Fördersumme ist die 2-Monats-Regel zu beachten: Die Zuwendung wird dem Antragsteller nicht zu Beginn des Projekts einmalig ausgezahlt, sondern die Fördermittel dürfen nur in der Höhe und nicht eher über die Koordinierungsstelle beim HMWK zur Zahlung abgerufen werden, als sie voraussichtlich innerhalb von zwei Monaten nach Auszahlung für fällige Zahlungen im Rahmen des Zuwendungszwecks benötigt werden. Werden die abgerufenen Landesmittel nicht innerhalb von 2 Monaten ab Zahlungseingang verausgabt, fallen ggf. Zinsen auf die überschüssige Summe an. Ist dies absehbar, sollte umgehend die Koordinierungsstelle benachrichtigt werden. Natürlich ist es auch möglich in Vorlage zu treten und die benötigte Fördersumme erst zum Ende des Projekts, spätestens bis 15.11. des jeweiligen Förderjahres abzurufen.

Darf man nach Ablehnung eines Förderantrags erneut einen Antrag für dasselbe Vorhaben stellen?

Grundsätzlich ja, jedoch sollte dies nur nach Rücksprache mit der Koordinierungsstelle erfolgen.

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