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FAQ

 

Häufig gestellte Fragen zum Kulturkoffer

Ob zu den Förderhinweisen oder zur Antragstellung – hier finden Sie weitere Details zum Kulturkoffer. Bei Fragen nehmen Sie gerne Kontakt zur Koordinierungsstelle auf!

Was ist der Kulturkoffer?

Der Kulturkoffer ist ein Förderprogramm der Hessischen Landesregierung, durchgeführt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) und koordiniert von der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen (LKB)  e. V. Mit den Fördermitteln des Kulturkoffers erhalten Hessens Kulturakteur*innen Gelegenheit, bereits bestehende Erfolgsprojekte im Bereich der Kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche weiterzuentwickeln (z. B. neue Veranstaltungsorte oder -formate zu ergänzen) und innovative Projektideen umzusetzen. Bepackt mit vielen neuen Projekten ist es das Ziel des Kulturkoffers, das kulturelle Bildungsangebot für in Hessen lebende Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren flächendeckend auszubauen und insbesondere bildungsbenachteiligten jungen Menschen über niedrigschwellige Angebote (kostenlos/-günstig, freiwillig, gut erreichbar, nah an der jugendlichen Lebenswelt) mehr Teilhabe an Kunst und Kultur zu ermöglichen.

Welche kulturellen Angebote können gefördert werden?

Gefördert werden schwerpunktmäßig außerschulische Angebote der Kulturellen Bildung. Hierzu gehören alle künstlerischen Sparten, Themen der Alltags- und Jugendkultur, Medienbildung und Leseförderung ebenso wie interdisziplinäre, interkulturelle und intergenerative Maßnahmen. Die Angebote können als einmalig oder regelmäßig stattfindende Workshops oder Kurse durchgeführt werden, als Ferienfreizeiten oder Peer-/Mentorenprogramme. Von der Förderung ausgeschlossen sind bereits bestehende Bildungsangebote, die ihr Angebot nicht nachweislich für die Zielgruppe des Kulturkoffers erweitern oder ausbauen.

Wer kann an den Angeboten teilnehmen?

Die Angebote des Kulturkoffers sollen Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren hessenweit zugutekommen, die einen erschwerten Zugang zu Kultureller Bildung und Teilhabe haben. Die Altersgruppe der 10-16-Jährigen stellt die Kernzielgruppe des Kulturkoffers dar, es können aber auch Vorhaben von, für und mit Kinder/n und Jugendliche/n anderer Altersgruppen gefördert werden (ab 3 bis 27 Jahren), wenn diese auf vorbildliche Weise die Förderziele und -kriterien des Kulturkoffers berücksichtigen. Ein erschwerter Zugang zu kultureller Teilhabe kann durch unterschiedliche Faktoren wie Herkunft (z. B. Migrationshintergrund, Fluchterfahrung), Wohnort (z. B. ländlicher Raum, strukturschwache Regionen/Stadtteile, soziale Brennpunkte) oder soziales Umfeld (z. B. Aufwachsen in Risikolagen: Arbeitslosigkeit eines oder beider Elternteile, geringes Familieneinkommen, bildungsfernes Elternhaus) bedingt sein. Grundsätzlich verfolgt der Kulturkoffer ein integratives Konzept, daher ist die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Milieus dezidiert erwünscht, insofern dies zum pädagogischen Konzept des Projekts passt und zur Förderung der Zielgruppe beiträgt. Auch generationsübergreifende Projekte können gefördert werden.

Wie kann man sich am Kulturkoffer beteiligen?

Kultureinrichtungen oder Kulturschaffende, die ein (möglichst außerschulisches) kulturelles Vermittlungsangebot für Kinder und Jugendliche anbieten möchten, schließen sich mit mindestens einem externen Kooperationspartner zusammen, um das Vorhaben gemeinsam zu entwickeln und durchzuführen. Förderanträge müssen innerhalb der Ausschreibungsfrist fristgerecht eingereicht werden.

Eine weitere Möglichkeit sich am Kulturkoffer zu beteiligen ist über Informationsaustausch und Netzwerkbildung: Die Koordinierungsstelle nimmt gerne Ihre Anregungen und Hinweise zu fehlenden Angebotsstrukturen vor Ort entgegen, um bedarfsgerechte Angebote unter der Beteiligung von lokalen Akteur*innen dort anzustoßen, wo eine besondere Nachfrage besteht.

Wer kann antragstellende Person oder Einrichtung sein und welche Rechtsform muss die antragstellende Einrichtung haben?

Antragsberechtigt sind in erster Linie hessische Kulturakteur*innen, die zum Ressort des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gehören. Dies sind in der Regel gemeinnützige Kunst- und Kultureinrichtungen, kulturelle Initiativen sowie auch (im Ausnahmefall Einzelpersonen/ Freie Kunstschaffende oder wirtschaftliche Unternehmen aus der kulturellen Bildung, unter der Voraussetzung, dass eine ordnungsgemäße Geschäftsführung und bestimmungsgemäße Verwendung der Fördermittel gewährleistet ist sowie dass das Vorhaben als nicht-kommerziell einzustufen ist.

Die Rechtsform der antragstellenden Person oder Einrichtung kann z. B. sein: Verein, Stiftung, Körperschaft öffentlichen Rechts, GbR, gGmbH, natürliche Person. Vorrangig ist die Antragstellung denjenigen vorbehalten, die gemeinnützig anerkannt sind oder sich in öffentlicher Trägerschaft befinden.

Bitte beachten:
Gebietskörperschaften (z.B. Kreise, Kommunen, kommunale Kultureinrichtungen etc.) können nur dann als Antragsteller fungieren, wenn sie die Zuwendung rechtzeitig vor Jahresende verausgaben und abrechnen. Liegt die beantragte Fördersumme unter 25.000 Euro, kann die Auszahlung der Zuwendung erst nach Vorlage des Verwendungsnachweises erfolgen. Der Verwendungsnachweis von Gebietskörperschaften muss bis zum 31. Oktober des jeweiligen Förderjahres vorliegen. Nur dann ist ein Abruf der Mittel möglich. Das bedeutet, dass die Laufzeit von Projekten von Gebietskörperschaften in der Regel Ende Oktober beendet sein muss.

Nicht antragsberechtigt sind staatliche Einrichtungen als Teil der Landesverwaltung (z.B. Landesmuseen, Landestheater etc.) sowie formale Bildungsorte wie Kitas, Schulen und Hochschulen sowie VHS. Sie können sich jedoch als Kooperationspartner beteiligen.

Projektträger/antragstellende Personen/Einrichtungen können u.a. sein:

  • außerschulische Bildungsstätte / Akademie / Bildungsträger
  • Freizeitstätte / Jugendzentrum / Familienzentrum (Träger der Kinder- und Jugendhilfe)
  • Kulturzentrum / Soziokulturelles Zentrum
  • Mobile Jugendkultur- / spielpädagogische Einrichtung
  • Museum / Gedenkstätte
  • Jugendkunstschule / Kunstwerkstatt
  • Musikschule / Orchester / Chor
  • Tanzverein / -schule
  • Theater(gruppe) / theaterpädagogisches Zentrum
  • Zirkus (ohne Tiere)/ Jugendzirkus / zirkuspädagogisches Projekt
  • Bibliothek / Literaturhaus / Schreibwerkstatt
  • Kino / Filmverein
  • Medien- / Filmzentrum / Bürger-TV / -radio/ Offener Kanal
  • Koordinierungsbüro / Initiative / Festival
  • Kulturverein
  • Freie Kunst- und Kulturschaffende (Einzelkünstler*innen, z.B. Fotograf*in, Filmemacher*in etc.)
  • Kommune, Landkreis, Regionalverband
  • Wirtschaftliches Unternehmen mit kulturellem oder künstlerischem Zweck
  • Förderverein (z.B. von Schulen oder anderen Einrichtungen)
Sind auch Einzelpersonen/Freie Kulturschaffende antragsberechtigt?

Im Ausnahmefall können Einzelpersonen/Kulturschaffende bzw. natürliche Personen aus der kulturellen Bildung Antragsteller sein, unter der Voraussetzung, dass eine ordnungsgemäße Geschäftsführung und bestimmungsgemäße Verwendung der Fördermittel gewährleistet ist sowie dass das Vorhaben als nicht-kommerziell einzustufen ist.  Grundsätzlich sollten Einzelakteur*innen jedoch eine Kooperation mit Einrichtungen zur Antragsstellung anstreben.

Wer kann alles Kooperationspartner*in sein?

Einrichtungen aus den Bereichen Kulturelle Bildung, Jugend, Bildung, Soziales sowie Kommunen, Landkreisen, (Regional-)Verbänden oder Stiftungen können sich zu Kooperationsteams zusammenschließen. Die Kooperationspartner*innen sollten sich bei mit Blick auf die Zielgruppe und die Anforderungen an die kulturelle Vermittlungsarbeit in ihren Kompetenzen, Perspektiven und Strukturen möglichst ergänzen: sei es durch Expertise in den unterschiedlichen Bereichen der Kulturellen Bildung, der künstlerischen Arbeit, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, durch Zugang zur Zielgruppe oder die Bereitstellung von Infrastruktur.

Muss ein*e Kooperationspartner*in bestimmte Anforderungen erfüllen?

Idealerweise sollten die Kooperationspartner*innen das Projektvorhaben gemeinsam planen und durchführen und sich sowohl inhaltlich als auch finanziell einbringen. Bei zwei Kooperationspartner*innen muss die Zusammenarbeit von inhaltlicher Qualität sein und über eine rein finanzielle bzw. infrastrukturelle Beteiligung eines Partners/ einer Partnerin hinausgehen.

Darf man als antragstellende Person oder Einrichtung innerhalb einer Ausschreibung mehrere Anträge für verschiedene Vorhaben stellen und dafür Fördermittel erhalten?

Ja, das ist grundsätzlich möglich.

Wie und wo können Fördermittel beantragt werden?
Welche Ausgaben sind zuwendungsfähig, welche nicht?

Zuwendungsfähig sind projektbezogene Ausgaben, die bei dem/der Zuwendungsempfänger*in erst durch das Projekt verursacht werden und die ohne das Projekt nicht entstehen würden. Dazu zählen Personalausgaben, insbesondere Honorare, Sachmittel/Zweckausgaben, insbesondere für Arbeits- und Verbrauchsmaterialien, Organisations- und Verwaltungsausgaben, Druck- und Werbemaßnahmen, Dokumentation, Telefongebühren (nur per Einzelnachweis), Porto, Transport- und Reisekosten, Verpflegungskosten für Teilnehmende, Miet- und Leihgebühren etc.

Projektbezogene Anschaffungen über 410,- € netto müssen im Ausgaben- und Finanzierungsplan entsprechend ausgewiesen und im Antrag begründet werden und abschließend inventarisiert werden.

Nicht zuwendungsfähig sind Kosten und Ausgaben, die unabhängig vom Projekt anfallen, wie allgemeine Betriebs- und Personalkosten (Stammpersonal) sowie nicht genutzte Skontoabzüge, Flaschenpfand, Repräsentationskosten (z.B. alkoholische Getränke, Arbeitsessen), Baumaßnahmen etc.

Dürfen projektbezogene Anschaffungen getätigt werden?
Ja, sofern für das Projekt zwingend erforderlich, sind plausibel begründbare Anschaffungen (Technik, Instrumente, Möbel) möglich. Anschaffungen über 410,- € (netto) müssen im Ausgaben- und Finanzierungsplan als Anschaffung ausgewiesen und später inventarisiert werden. Konkrete Auflagen zur zweckgebundenen Nutzung nach Projektende erfolgen im Zuwendungsbescheid.
Was sind Eigenleistungen?

Eigenleistungen sind Leistungen für das Projekt, für die kein Geldfluss stattfindet, z.B. ehrenamtliche Arbeit, zur Verfügung gestellte Räume, Instrumente, Fahrzeuge o.ä., Sachspenden (vom Kooperationspartner oder von Sponsoren).

Dürfen geförderte Projekte im Folgejahr erneut beantragt werden?

Ja, erfolgreiche Projekte können sich im Folgejahr erneut um Fördermittel bewerben, vorausgesetzt es findet eine Weiterentwicklung statt und es werden neue Zielgruppen erreicht.

Wann und auf welchem Weg erfährt man, ob der Antrag bewilligt wurde?

Die eingegangenen Anträge werden von einer unabhängigen Fachjury geprüft und Projekte zur Förderung vorgeschlagen. Nach der Jurysitzung erhalten die Antragsteller je nach Förderentscheidung entweder einen schriftlichen Zuwendungsbescheid oder eine Förderabsage.

Wann darf mit dem Projekt begonnen werden?

Mit dem Projekt darf erst mit dem Erhalt des Zuwendungsbescheids begonnen werden. Wenn die Bewilligung nicht rechtzeitig erteilt werden kann und absehbar ist, dass der Antragsteller bereits vorher Aufträge vergeben, bzw. Ausgaben tätigen muss, kann er bei der Koordinierungsstelle einen formlosen Antrag auf Erteilung einer Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn stellen. Nehmen Sie diesbezüglich bitte unbedingt rechtzeitig Kontakt mit uns auf. Mit der Genehmigung eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns ist noch keine Vorentscheidung über eine spätere Bewilligung verbunden, das Risiko der Ablehnung des Förderantrags trägt allein der Antragsteller.

Muss die bewilligte Fördersumme in einem bestimmten Zeitraum ausgegeben werden?

Ja, die Zuwendung muss innerhalb des Bewilligungszeitraums verausgabt werden, d.h. innerhalb des jeweiligen Haushaltsjahres (= Kalenderjahr), im aktuellen Förderjahr also spätestens bis zum 31.12.2018. Danach können dem Antragsteller keine Mittel mehr ausgezahlt werden und es dürfen keine projektbezogenen Ausgaben mehr getätigt werden. Der genaue Bewilligungszeitraum wird individuell im Zuwendungsbescheid festgesetzt und kann nur auf Antrag und maximal bis zum 31.12. 2018 verlängert werden.

Bei der Verausgabung der Fördersumme ist die 2-Monats-Regel zu beachten: Die Zuwendung wird dem Antragsteller nicht zu Beginn des Projekts einmalig ausgezahlt, sondern die Fördermittel dürfen nur in der Höhe und nicht eher über die Koordinierungsstelle beim HMWK zur Zahlung abgerufen werden, als sie voraussichtlich innerhalb von zwei Monaten nach Auszahlung für fällige Zahlungen im Rahmen des Zuwendungszwecks benötigt werden.

Darf man nach Ablehnung eines Förderantrags erneut einen Antrag für dasselbe Vorhaben stellen?

Grundsätzlich ja, jedoch sollte dies nur nach Rücksprache mit der Koordinierungsstelle erfolgen.

Darf mein Projekt an einer Schule mit Schüler*innen stattfinden?

Ja, aber als freiwillige Zusatzmaßnahme, z.B. als AG, Ferienworkshop, Exkursion außerhalb der Unterrichtszeit.

Gibt es eine Ober- oder Untergrenze für die beantragte Fördersumme?

Grundsätzlich nicht, der Förderschwerpunkt liegt bei Fördersummen über 5.000 €, aber auch Festbeträge bis 5.000 € werden gefördert und generell unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und sparsamen Finanzplanung.

Gibt es Pauschalen für Honorare und Reisekosten?

Es gibt keine festgeschriebenen Pauschalen für Honorare, empfohlen werden jedoch ca. 40 €/Stunde und generell eine angemessene Vergütung von Leistungen (Besserstellungsverbot). Bei Reisekosten mit dem PKW können nach dem hessischen Reisekostengesetz in der Regel 0,21 € und bei besonderer Begründung max. 0,30 € pro KM abgerechnet werden.

Wie kann ich KSK-Gebühren abrechnen, die ja erst im darauffolgenden Jahr abgerechnet werden?

Es empfiehlt sich, die anfallenden Künstlersozialkassenbeträge vorab zu errechnen und als Betrag in der Kalkulation als Einzelposition in Ergänzung zu den Honorarposition mit aufzuführen. Vor Ablauf des Projektzeitraums beantragen Sie bei der KSK eine Bestätigung Ihrer ausstehenden Zahlungen. Dazu müssen sie der KSK das Entgeltvolumen mitteilen, die Abgabe wird berechnet und bestätigt, dass diese Zahlung von den Antragsteller*innen an die KSK abgeführt wird. Bitte reichen Sie diese Bestätigung mit Ihrem Verwendungsnachweis ein. Damit belegen Sie die anfallenden Kosten, die ja dann nachträglich erst an die KSK fließen können. Bitte reichen Sie den Beleg der abgeführten Beträge als Kopie der Koordinierungsstelle nach.

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