Kulturkoffer » Kindermusical bringt die Geschichte über Bartimäus nach Grebenstein

Kindermusical bringt die Geschichte über Bartimäus nach Grebenstein

In der Burgbergschule in Grebenstein bei Kassel konnten sich alle 200 Schüler*innen der Grundschule im vergangenen Schulhalbjahr außerschulisch in verschiedenen künstlerischen Bereichen an einem Musical beteiligen. Eine Woche vor den Sommerferien war es endlich soweit und das Stück „Bartimäus blickt durch“ kam in der Kulturhalle an zwei Nachmittagen zur Aufführung – mit über 400 Gästen gut besucht und zur Freude der Kinder mit großem Applaus bedacht.

Die Geschichte um den Bettler Bartimäus in die Gegenwart geholt
Die biblische Geschichte um den blinden Bettler Bartimäus, der von Jesus geheilt wurde, bildete die Grundlage des in die Jetztzeit transportierten dynamischen Kindermusicals: Aufruhr herrscht im kleinen Jericho, das dem hessischen Grebenstein – auf dem Bühnenbild zu sehen – erstaunlich ähnelt. Herodes hat seinen Besuch angekündigt und die Bürgermeisterin startet eine große Aufräumaktion – auch der blinde Bettler Bartimäus soll an den Rand der Stadt abgeschoben werden. Die fast 10 klangvollen Songs des über 60 Kinder starken Chors strukturierten das peppige Musical, brachten mit den eingängigen Texten Kernthemen des Stückes auf den Punkt und erinnerten auch ein bisschen an „Jesus Christ Superstar“. Moderne, mitreißenden Melodien und mutige Soloauftritte der jungen Sänger*innen luden die Kulturhalle emotional auf. Mit witzigen Einfällen punkteten die Jungschauspieler*innen indes auf der Bühne: König Herodes bediente sich Pappwürfel, die immer wieder vor seinen Füßen platziert wurden, um die Bühne zu überqueren oder er musste ganz und gar getragen werden. Nachdem Bartimäus schließlich sein Augenlicht dank Jesus wiedererlangt hat, darf er sich erst einmal einem differenzierten Augentest unterziehen, denn ohne fachlich-wissenschaftliche Überprüfung kann heutzutage auch kein Wunder mehr als solches durchgehen. In  sprachlich-musikalischem Dialog interagieren dabei die Bühnenspieler*innen mit den Chorkindern, die, mit viel zu großen Sonnenbrillen ausgestattet, überdimensionale farbige Symbole über ihre Köpfe strecken.

Vom Chor zum Schulmusical – eine ganze Schule in Aufruhr
Mit dem Erfolg des integrierten und sehr beliebten Schulchors unter der Leitung von Dorothea Kunz hatte sich die Idee zu einem Schulmusical entwickelt, wodurch weitere kreative Ausdrucksformen integriert und damit noch mehr Kinder erreicht werden konnten. Damit war der Startschuss für das Großprojekt gegeben: Nahezu jedes Kind der Burgberggrundschule hatte nun in irgendeiner Form mit der Entstehung des Musicals zu tun. Um die Kinder auch außerhalb Grebensteins zu erreichen, fanden die AGs möglichst innerhalb der Schulzeiten statt, waren aber außerschulische, freiwillige Angebote, die auf großen Zuspruch stießen. Eine 25-köpfige Theater-AG probte regelmäßig unter der Leitung von Ellen Bißbort. In Kooperation mit der Nähwerkstatt Grebenstein fanden Nähworkshops statt, in denen die Kostüme entstanden. Die Kinder lernten begeistert nähen, auch wenn sie das erschaffene Produkt am Ende nicht mit nach Hause nehmen konnten. In der schulischen Projektwoche schufen 20 Schüler*innen zum Thema Bühnenbild die riesige Leinwand mit der Ansicht von Grebenstein sowie alle weiteren Requisiten. Schließlich rief man zum Malwettbewerb für die Plakatgestaltung aus, an dem weitere 100 Kinder teilnahmen. Eine Ausstellung der Ergebnisse kann noch in der Schule bewundert werden.

Die Unterstützer – der Förderverein setzt auf kulturelle Vielfalt
Dem ortsansässigen Förderverein geht es seit 15 Jahren vor allem darum, den Kindern eine möglichst große Bandbreite an kultureller Teilhabe direkt vor Ort zu bieten. Ein Meilenstein des Vereins war beispielsweise 2013 die Einrichtung eines Schulgartens, der seither von allen Schüler*innen genutzt werden kann. Kein Wunder, dass ein kulturelles Großprojekt wie ein Schulmusical für die Vorsitzende Frau Faupel und ihre Vereinskolleg*innen eine unterstützenswerte Idee darstellte. Um das PRojekt unterstützen zu können wurde sich geschwind kundig gemacht und in letzter Minute auch die Förderung beim Modellprojekt Kulturkoffer beantragt. Zum Glück, denn so konnten viele Kinder in der nordhessischen Gemeinde kostenfrei in verschiedene Kunstsparten schnuppern und sich inspirieren lassen. Dass es sich wirklich gelohnt hat, konnte man in den vielen strahlenden Kindergesichtern sehen. Schulleiterin Sandra Wieland ist sehr stolz auf ihre Schüler*innen und gespannt auf weitere Projekte mit dem Förderverein.
si

Weitere Informationen:
Artikel in Lokalo 24.de vom 13.06.2018
Artikel in lokalbook.de, Grebensteiner Nachrichten vom 21.06.2018
Website des Fördervereins
Projektbeschreibung

Webredakteur-LKB

Webredakteur-LKB

Comments are closed here.