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Jugendkulturlabor Limburg – musikalisch-literarisch unterwegs

Im Rahmen des Jugendkulturlabors konnten sich Jugendliche – aufgewachsen in der Region oder aus der Ferne kommend – in Limburg literarisch-musikalisch miteinander austauschen.  In diesem Jahr – dem Jubiläum der 2009 gegründeten Wortwerkstatt – richtete sich der Fokus des Projekts auf das Spiel mit Worten und Klängen und bot nicht nur zur Jubiläumsfeier Anfang November, sondern auch zuvor Ende September bei einer literarisch-musikalischen Lesung Raum für die über 30 beteiligten Jugendlichen, sich auf der Bühne zu präsentieren und auszuprobieren.

Basis Grundgesetz – Rechte und Werte erkennen
In der Projektarbeit hatte sich die Kulturenwerkstatt in den zuvor geförderten Kulturkofferprojekten bereits ausgiebig mit dem Grundgesetz beschäftigt, die Erkenntnisse als Theaterstück umgesetzt und sich darauf aufbauend mit dem Werk der Antigone und der Thematik zu Gesetz und Rechtsprechung eine eigene Version des antiken Stoffes erarbeitet. Auch in diesem Jahr bildete die Auseinandersetzung mit Rechten und Werten, mit der Menschenwürde und den Vergehen daran die Basis für die Entwicklung eines literarisch-musikalischen Collage. Die Teilnehmenden setzten sich dafür intensiv mit verschiedensten Werken aus der Weltliteratur auseinander, suchten und fanden Geschichten aus verschiedenen Ländern und Kulturen und schrieben inspiriert selbst eigene Texte, die ihre Wünsche, Ängste und Bedürfnisse ausdrückten. Für die Bühne entwickelte die Gruppe um Tobias Kurth und Annie Vollmers berührende Arrangements aus Wort und Klang: Fragen, wie „Sind Deine Augen offen?“, „Hast Du Angst, allein zu sein?“ oder „Hast Du schon mal gemobbt?“ wurden unter Gitarrenbegleitung ans Publikum gerichtet. Gänsehaut erzeugte der 30-stimmige Chor der Jugendlichen beim lauten Singen von „Bella Ciao“. „Ich bin ein freier Mensch“ von Albert Schweitzer wurde rezitiert und das bewegende „Märchen von der Traurigkeit“ von Inge Wuthe in aufgeteilten Rollen vorgetragen. Dafür ernteten die engagierten Jugendlichen verdienten Applaus. Mutig und selbstbewusst schickten die Akteur*innen ihr Publikum mit den Worten: „Denkt über unsere Worte nach und fragt Euch selbst, was sie in euch berührt haben!“ auf den Nachhauseweg.

Gemeinschaft schafft Heimat
Tobias Kurth und Annie Vollmers engagieren sich leidenschaftlich für ihre Arbeit mit den Jugendlichen: An jedem einzelnen Arbeitstag könne man feststellen, dass jede*r Jugendliche etwas ganz Besonderes sei, meint Annie Vollmers. Tobias Kurth betont, das gerade in den Momenten zwischendurch – beim gemeinsamen Essen oder Pause machen – der nötige Raum entstünde, wo die Jugendlichen engere Beziehungen untereinander knüpfen könnten und wo Dinge zur Sprache kämen, die sonst vielleicht unausgesprochen blieben. Diese gemeinsame Zeit, in der sich intensiv mit sich selbst und der Umwelt anhand von kreativen Techniken auseinandergesetzt werden und wo man sich durch den Spiegel der anderen reflektieren kann, schafft den Jugendlichen ein Stück Heimat in sich selbst. Das jedenfalls zeigen die vielen berührenden Rückmeldungen der Teilnehmenden:

„Wenn ich mit euch bin, blüht mein Herz in mir und meine Seele ist voller Freude.“ Viktor
„Das Projekt war schön, weil ich so viele Menschen kennengelernt habe und etwas Neues gelernt habe.“ Sajjad
„Hier habe ich viele Leute kennengelernt. Manche sind jetzt meine besten Freunde. Es hat viel Spaß gemacht.“ Kamil
„Es war toll! Ich hatte das Gefühl, dass ich genau dahin gehöre. Ich habe über mich Sachen gelernt, die ich nicht wusste.“ Ikram
„Es ist so toll mit wunderschönen Menschen zusammenzuarbeiten und so viel zu lernen.“ Sara
„Das Projekt bedeutet viel für mich, weil ich endlich das Gefühl habe, dass ich Schritt für Schritt die Welt ändern kann. Es hat mir Kraft gegeben meine Träume zu verwirklichen.“ Zeynep
„Das Projekt war wunderschön für mich, weil ich Größe gefühlt habe und dass ich irgendwie wichtig in der Gesellschaft bin.“ Abdifatah
„Das Projekt war für mich wie eine andere kleine Welt, wo Probleme aus dem Alltag verlorengehen, man sich verstecken konnte, um etwas Wunderschönes zu erleben und die eigene Persönlichkeit zu entfalten.“ Andelina
„Die Projekte sind wirklich wichtig für mich und ich mache immer gerne mit. Die Projekte helfen mir, deutsche Kultur und das Grundgesetz von Deutschland zu lernen und natürlich sie helfen mir auch meine Deutschkenntnisse zu verbessern. Es ist schön und es macht mir immer Spaß da zu sein und mit zu machen. Danke!“ Shahriyar
„Es war wirklich sehr schön mit so vielen Leuten zusammen zu arbeiten und das Projekt war für mich interessant. Ich habe immer neue Sachen gesehen und so viel gelernt mit euch. Ich freue mich immer sehr, euch wieder zu sehen.“ Ayan
„Ich habe nicht nur für die Sprache, sondern auch für das Leben viel gelernt.“ Nikdat

si

Weitere Informationen
Kulturenwerkstatt
Projektbeschreibung
“Kulturenwerkstatt Limburg – Wertvolle Jugendarbeit mit viel Idealismus” – Artikel im HL-Journal vom 05.11.2019
“10 Jahre Wortwerkstatt – Worten eine Bedeutung geben” – Artikel im HL-Journal vom 05.11.2019

Webredakteur-LKB

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