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Frankfurter Schüler*innen auf theatraler Ich-Suche

Achtzehn Schüler*innen der Jahrgangsstufe 8 der Helmholtzschule konnten sich in einer Theater-AG intensiv mit verschiedenen Bereichen der darstellenden Kunst auseinandersetzen und luden abschließend zu einem kurzweiligen Bühnenstück in das Frankfurter Kulturhaus „Die Katakombe“ ein.

Wer bin ich eigentlich?
An einem Montagabend im November war der Vorraum der Katakombe fast zu klein, um die gespannt wartenden Freunde und Verwandte zu fassen. Endlich war es soweit und die Zuschauer*innen wurden im Theatersaal bereits von den maskierten Darsteller*innen auf dem Bühnenboden liegend erwartet. Nach einer kurzen Begrüßung seitens der Projektleiterin Carola Moritz startete das Stück mit Gesten der üblichen Morgenroutine eines Schulalltags, die die maskierten Schüler*innen im Unisono bis hin zur erneuten Erschöpfung vollführten. Im Hauptteil des Stückes wechselten sich witzige Filmaufnahmen, die besondere Eigenschaften der jeweiligen Person karikierten, mit Spielszenen aus Schule und Alltag ab. Die Ulknudel Anna oder Finja, die nicht sehr Entscheidungsfreudige oder Simon, der wählerische Bücherwurm stellten sich und ihre Besonderheiten im Videoclip vor. Im Spiel wurden typische Schüler*innentypen, wie Klassenclown, Sportler, Streber, Faulpelz oder Schleimer vorgestellt. Eine Szene ließ zwei Schüler*innen mit ihren Handys direkt nebeneinander sitzend kommunizieren und nahm damit die Allgegenwart des mobilen Spielzeugs aufs Korn. Besonders berührend wurde es am Schluss, als jede/r Darsteller*in ein Tuch aus einem Koffer zog und sich mit einer Geste und einer stärkenden Selbstreflexion, wie „Ich bin ich, weil—ich ich bin“, „weil, ich mich in meiner Haut wohl fühle“, weil ich empathisch bin“, direkt vors Publikum in eine Reihe aufstellte.

Arbeit mit Text, Film und Spiel gekonnt verbinden
Das ambitionierte Projekt war besonders auf multimedial verschränktes Arbeiten mit Text, Theater- und Filmelementen ausgelegt, um so die Lebensrealität der Jugendlichen zu reflektieren und einzubeziehen. Frau Moritz und ihre Mitstreiter*innen gingen mit vielen Fragen auf die Teilnehmer*innen zu: Wer bin ich? Was macht mich aus? Wie sehe ich mich selbst? Wie sehen mich die anderen? Wo komme ich her und wo will ich hin? Einer intensiven Auseinandersetzung mit Begriffen wie Berufswunsch, Heimat, Hobby, Entspannung, Bildung folgte die thematische Verarbeitung mit dem vierköpfigen Spielleitungsteam in den jeweiligen darstellenden Sparten. Für die textliche Erarbeitung zeigte sich Poetry Slammer Benedict Hegemann verantwortlich, mit der Fotografin und Filmemacherin Sophie Schüler beschäftigten sich die Jugendlichen mit ihrer Eigenwahrnehmung und entwickelten wunderbare Karikaturenclips und mit der Theaterpädagogin Julia Moosmann wurden zu den genannten Stichworten Spielszenen arrangiert und schließlich das Stück erarbeitet, das die Szenen geschickt um die Filmarbeit setzte und in einen Rahmen brachte.

Kurzdokumentation im Frühjahr
Bereits im Frühjahr hatte es eine Projektwoche in der Helmholtzschule gegeben, die sich mit dem Thema #werbinich auseinandersetzte und in eine kurze Dokumentation über die Reflexion des eigenen Freizeitverhaltens und eine erste Präsentation in der Schule mündete. Aus dieser Projektwoche waren auch zwei Schüler*innen wieder in der Theater AG im Herbst rege vertreten.
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Videodokumentationen aus der Projektwoche im Frühjahr

Weitere Informationen
Projektwebsite

Webredakteur-LKB

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