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Die Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen muss mein Projekt erfüllen?

Gefördert werden können Projekte aller künstlerischen Sparten, die einen einfachen Zugang zu Kunst und Kultur schaffen und folgende inhaltliche Kriterien erfüllen:

  • Es sind Projekte, die in einer Kooperation mindestens zweier gleichberechtigter Partner*innen durchgeführt werden. Die Koordinierungsstelle empfiehlt einen künstlerische*n Partner*in und einen sozialräumlich*en Partner*in (also einen Verein, der im Lebensumfeld der Teilnehmenden arbeitet).
  • Die Projekte richten sich vorwiegend an Kinder und Jugendliche im Alter von 3 – 27 Jahren, die erschwerten Zugang zu künstlerischem und kulturellem Angebot haben. Die Teilnahme muss freiwillig sein.
  • Die Projekte müssen im Zeitraum März bis Dezember des Folgejahres der Ausschreibung durchgeführt werden.
  • Durchführungsorte der Maßnahmen liegen in Hessen, beteiligte Einrichtungen müssen ihren Sitz in Hessen nachweisen. In begründeten Einzelfällen sind Ausnahmen möglich.
  • Gefördert werden außerschulische Angebote der Kulturellen Bildung, d.h. die Projekte sind nicht Teil des Unterrichts bzw. der Unterrichtszeit.
  • Das Angebot ist ergänzend zur regulären Arbeit der Antragssteller*innen und der Kooperationspartner*innen, d.h. das Projekt findet zusätzlich statt.
  • Konzepte, die vom Kulturkoffer bereits dreimal gefördert wurden, sind nicht mehr förderfähig.
  • Alle Beteiligten bekennen sich zum Grundgesetz und sind parteipolitisch unabhängig. Die bearbeiteten und vermittelten Inhalte entsprechen dem humanistischen Weltbild, und haben ein friedliches Miteinander von gleichwertigen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Erfahrungen und Bedürfnissen zum Ziel. Alle Beteiligten sprechen sich gegen rassistisches, nationalistisches, frauenfeindliches, antisemitisches, LGBTIQ-feindliches, religiös fundamentalistisches oder ausgrenzendes Verhalten aus.
  • Alle Beteiligten halten sich an das Kinderschutzgesetz und tragen dafür Sorge, dass Betreuungspflichten und das Jugendschutzgesetz eingehalten werden. Achten Sie auf eine altersangemessene Konzeption Ihres Projektes. Stellen Sie sicher, dass für alle Teilnehmenden Ihres Projektes ein sicheres Umfeld gewahrt ist.

Zusätzlich empfehlen wir, auf folgende Kriterien zu achten:

  • Ihr Projekt sollte sich mit den Interessen und Ressourcen, dem sozialräumlichen und kulturellen Hintergrund Ihrer jungen Zielgruppe sowie mit aktueller Alltags- und Jugendkultur auseinandersetzen und partizipativ umgesetzt werden.
  • Das Projekt soll Zugangsbarrieren abbauen.
  • Die Teilnahme ist für die Zielgruppe kostenlos bzw. kostengünstig.
  • Ihr Projekt verbindet, wenn möglich, mehrere Kunstsparten, unterschiedliche Lebenserfahrungen der Teilnehmenden, unterschiedliche Methoden und Perspektiven und ist generell durch einen vielfältigen und interdisziplinären Ansatz geprägt.

Welche Formate können gefördert werden?

  • Der Kulturkoffer fördert sowohl den Ausbau und die Erweiterung etablierter Kulturprogramme als auch die Realisierung neuer, innovativer Projekte aller Kunstsparten und -formate.
  • Einmalig oder regelmäßig stattfindende Workshops, Schnupper- oder Ferienkurse, Events, Aufführungen, Erkundungs- oder Besucher*innenangebote.

Welche Formate können nicht gefördert werden?

  • Projekte, die zu den Regelaufgaben der beteiligten Projektpartner*innen gehören.
  • Projekte, die aus Eigen- oder anderen Drittmitteln realisiert werden können oder schon einmal aus Eigen- oder anderen Drittmitteln umgesetzt wurden.
  • Projekte, die zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits begonnen haben und/oder abgeschlossen sind.
  • Projekte, die Baumaßnahmen oder Bauunterhaltung betreffen.
  • Projekte, die bereits aus einem anderen Förderbereich des Landes gefördert werden (Verbot der Doppelförderung aus Landesmitteln).
  • Projekte, die im Rahmen von Schulunterricht stattfinden.
  • Projekte, die bereits dreimal vom Kulturkoffer gefördert wurden.

Wer ist die Zielgruppe?

Die Altersgruppe der 3- bis 27-Jährigen stellt die Kernzielgruppe des Kulturkoffers dar, oder generationsübergreifende Projekte, wenn diese die Kernzielgruppe mit einschliessen.

Ein erschwerter Zugang zu kultureller Teilhabe kann durch unterschiedliche Faktoren bedingt sein. Das betrifft zum Beispiel das  soziale Umfeld (z. B. Aufwachsen in Risikolagen: Arbeitslosigkeit eines oder beider Elternteile, geringes Familieneinkommen, Elternhaus ohne Bildungsabschlüsse und mit gering qualifizierten Jobs) Herkunft (z. B., Flucht- oder Migrataionserfahrungen), oder den Wohnort (z. B. ländlicher Raum, strukturschwache Regionen/Stadtteile, soziale Brennpunkte)  In manchen Fällen können auch Behinderungen – körperlich, geistig, seelisch – dazu führen, dass Kinder und Jugendliche nicht am Kulturellen Leben teilhaben können.

Grundsätzlich verfolgt der Kulturkoffer ein integratives Konzept, daher ist die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Milieus dezidiert erwünscht. Auch generationsübergreifende Projekte können gefördert werden, wenn sie sich an Menschen aller Altersklassen mit erschwerten Bildungs- und Teilhabechancen richten.

Wer führt das Projekt durch?

Kultureinrichtungen oder Kulturschaffende, die gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen kulturelle Bildungsprozesse gestalten möchten. Die Angebote werden in Kooperation mit weiteren  Akteur*innen entwickelt und durchgeführt. In der Kooperation sollte die künstlerische Expertise wie auch der Sozialraum der Teilnehmenden repräsentiert sein. Die Angebote sind freiwillig und finden außerschulisch statt. Suchen Sie sich für die Entwicklung und Durchführung des Projekts mindestens eine*n weitere*n Kooperationspartner*in. Beachten Sie, dass, auch wenn der Großteil des Projekts von Honorarkräften (Projektleitung, Workshopleitung etc.) oder kooperierenden Einrichtungen durchgeführt werden sollte, Sie als Antragsteller*in die Verantwortung für die Abwicklung und für einen korrekten Verwendungsnachweis der Fördergelder tragen.

Wer kann den Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind in erster Linie gemeinnützige Kunst- und Kultureinrichtungen, kulturelle Initiativen, Kreise, Kommunen und Kommunale Kultureinrichtungen. Die antragstellende Einrichtung hat ihren Sitz in Hessen und die Maßnahmen finden überwiegend in Hessen statt. Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen möglich.

Sind auch Einzelpersonen/Freie Kulturschaffende antragsberechtigt?

Nein. Grundsätzlich wird empfohlen, dass Einzelakteur*innen ihre Projektidee zusammen mit kulturellen Einrichtungen und weiteren Kooperationspartner*innen umsetzen, die bereits Erfahrung mit der Verwaltung von Fördermitteln haben und bei administrativen Tätigkeiten unterstützen können.

Kann ich einen Antrag stellen, wenn ich schon einmal vom Kulturkoffer gefördert wurde?

Ja, Kulturkoffer-Zuwendungsempfänger*innen können für ein thematisch neues Projekt einen Antrag stellen. Wenn Sie Ihr Kulturkoffer-Projekt fortsetzen möchten, sollte das Projekt weiterentwickelt werden: Sie sollten in Ihrem Antrag deutlich machen, was Sie aus Ihrem Vorprojekt übernehmen wollen und warum und was der neue Aspekt Ihres Folgeprojekts ist, der es förderwürdig für den Kulturkoffer macht.

Wer ist nicht antragsberechtigt?

Nicht antragsberechtigt sind staatliche Einrichtungen als Teil der hessischen Landesverwaltung sowie formale Bildungsorte wie Kitas, Schulen und Hochschulen. Diese können jedoch als Kooperationspartner*innen beteiligt sein, ebenso wie Einzelpersonen. Diese können als Honorarkräfte an den Projekten beteiligt sein.

Wer kann alles Kooperationspartner*in sein?

Die Kooperationspartner*innen sollten sich mit Blick auf die Zielgruppe und die Anforderungen an die kulturelle Vermittlungsarbeit in ihren Kompetenzen, Perspektiven und Strukturen möglichst ergänzen: sei es durch Expertise in den unterschiedlichen Bereichen der Kulturellen Bildung, der künstlerischen Arbeit, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, durch Zugang zur Zielgruppe oder die Bereitstellung von Infrastruktur. Ihr Antrag sollte die Aufgabenaufteilung zwischen den Kooperationspartner*innen deutlich machen und außerdem aufzeigen, welche nachhaltigen Auswirkungen Sie sich von der Kooperation erhoffen.

Kooperationspartner*innen können beispielsweise Einrichtungen aus den Bereichen Kulturelle Bildung, Jugend, Bildung, Soziales, Umwelt oder Sport sowie Kommunen, Landkreisen, (Regional-)Verbänden oder Stiftungen sein.

Muss ein*e Kooperationspartner*in bestimmte Anforderungen erfüllen?

Die Kooperationspartner*innen sollen das Projektvorhaben gemeinsam planen und durchführen und sich sowohl inhaltlich als auch finanziell einbringen. Die Zusammenarbeit der Kooperation muss von inhaltlicher Qualität sein und über eine rein finanzielle bzw. infrastrukturelle Beteiligung einer Seite hinausgehen. Wir empfehlen eine Kooperation aus künstlerischen Partner*in und sozialräumliche*n Partner*in.

Falls Sie sich unsicher sind, ob der Kulturkoffer das passende Förderinstrument für Ihre Projektidee ist, setzen Sie sich mit der Koordinierungsstelle in Verbindung. Wir beraten Sie gerne und freuen uns, mit Ihnen in Kontakt zu kommen.

Die Voraussetzungen