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Die Voraussetzungen – Konzept und inhaltlicher Rahmen

 

Welche Voraussetzungen muss mein Projekt erfüllen?

Gefördert werden können Projekte aller künstlerischen Sparten, die einen einfachen Zugang zu Kunst und Kultur schaffen und folgende inhaltliche Kriterien erfüllen:

  • Es sind Projekte, die in einer Kooperation (mindestens zwei gleichberechtigte Partner*innen) durchgeführt werden.
  • Die Projekte richten sich vorwiegend an Kinder- und Jugendliche im Alter von 10-16 Jahren, die erschwerten Zugang zu künstlerischem und kulturellem Angebot haben.
  • Die Projekte müssen zwischen März und Dezember des Folgejahres der Ausschreibung durchgeführt werden.
  • Durchführungsorte der Maßnahmen liegen in Hessen, beteiligte Einrichtungen haben ihren Sitz in Hessen.
  • Gefördert werden außerschulische Angebote der Kulturellen Bildung, d.h. sie sind nicht Teil des Unterrichts bzw. der Unterrichtszeit.
  • Das Angebot ist ergänzend zur regulären Arbeit der Antragssteller*innen und der Kooperationspartner*innen, d.h. das Projekt findet zusätzlich statt.
  • Das Projekt ist neu bzw. bedient sich innovativer Methoden, d.h. das geplante Konzept wurde in ihrer Einrichtung oder Kommune noch nicht angeboten.
  • Alle Beteiligten bewegen sich auf dem Boden des freiheitlich-demokratischen Grundgesetzes und sind parteipolitisch unabhängig. Die bearbeiteten und vermittelten Inhalte entsprechen dem humanistischen Weltbild, und haben ein friedliches Miteinander von gleichwertigen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Erfahrungen und Bedürfnissen zum Ziel. Alle Beteiligten sprechen sich gegen rassistisches, nationalistisches, frauenfeindliches, antisemitisches, LGBTIQ-feindliches, religiös fundamentalistisches oder Minderheiten ausgrenzendes Verhalten aus. (Lesen Sie hierzu auch die LKB Satzung und die Hessische Verfassung)
  • Alle Beteiligten halten sich an das Kinderschutzgesetz und tragen Sorge, dass Betreuungspflichten und das Jugendschutzgesetz eingehalten werden. Achten Sie auf eine altersangemessene Konzeption Ihres Projektes. Stellen Sie sicher, dass für alle Teilnehmenden Ihres Projektes ein sicheres Umfeld gewahrt ist.

Zusätzlich empfehlen wir, auf folgende Kriterien zu achten:

  • Ihr Projekt sollte sich mit den Interessen und Ressourcen, dem sozialräumlichen und kulturellen Hintergrund ihrer jungen Zielgruppe sowie mit aktueller Alltags- und Jugendkultur auseinandersetzen und partizipativ umgesetzt werden.
  • Das Projekt soll Zugangsbarrieren abbauen.
  • Auf Freiwilligkeit setzen
  • Die Teilnahme ist für die Zielgruppe kostenlos bzw. kostengünstig.
  • Ihr Projekt verbindet, wenn möglich, mehrere Kunstsparten, unterschiedliche Lebenserfahrungen der Teilnehmenden, unterschiedliche Methoden und Perspektiven und ist generell durch einen vielfältigen und interdisziplinären Ansatz geprägt.

 

Welche Formate können gefördert werden?

  • Der Kulturkoffer fördert sowohl den Ausbau und die Erweiterung etablierter Kulturprogramme als auch die Realisierung neuer, innovativer Projekte aller Kunstsparten und -formate.
  • Einmalig oder regelmäßig stattfindende Workshops, Schnupper- oder Ferienkurse, Events, Aufführungen, Erkundungs- oder Besucherangebote.
  • Um die Qualität kultureller Bildungsangebote in Hessen nachhaltig zu sichern, können auch qualifizierende Fort- und Weiterbildungsprojekte für Fachkräfte der kulturellen Bildungsarbeit gefördert werden.

 

Welche Formate können nicht gefördert werden?

  • Projekte, die zu den Regelaufgaben der beteiligten Projektpartner*innen gehören
  • Projekte, die aus Eigen- oder anderen Drittmitteln realisiert werden können oder schon einmal aus Eigen- oder anderen Drittmitteln umgesetzt wurden
  • Projekte, die zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits begonnen haben und/oder abgeschlossen sind
  • Projekte, die Baumaßnahmen oder Bauunterhaltung betreffen
  • Projekte, die bereits aus einem anderen Förderbereich des Landes gefördert werden (Verbot der Doppelförderung aus Landesmitteln)
  • Projekte, die im Rahmen von Schulunterricht stattfinden

 

Wer ist die Zielgruppe?

Die Altersgruppe der 10- bis 16-Jährigen stellt die Kernzielgruppe des Kulturkoffers dar, es können aber auch Vorhaben von, für und mit Kinder/n und Jugendliche/n anderer Altersgruppen gefördert werden (ab 3 bis 27 Jahren), wenn diese auf vorbildliche Weise die Förderziele und -kriterien des Kulturkoffers berücksichtigen.

Ein erschwerter Zugang zu kultureller Teilhabe kann durch unterschiedliche Faktoren wie soziales Umfeld (z. B. Aufwachsen in Risikolagen: Arbeitslosigkeit eines oder beider Elternteile, geringes Familieneinkommen, bildungsfernes Elternhaus oder in manchen Fällen eine Behinderung), Herkunft (z. B. Migrationshintergrund, Fluchterfahrung), oder Wohnort (z. B. ländlicher Raum, strukturschwache Regionen/Stadtteile, soziale Brennpunkte) bedingt sein.

Grundsätzlich verfolgt der Kulturkoffer ein integratives Konzept, daher ist die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Milieus dezidiert erwünscht. Auch generationsübergreifende Projekte können gefördert werden, wenn sie sich an Menschen aller Altersklassen mit erschwerten Bildungs- und Teilhabechancen richten.

 

Wer führt das Projekt durch?

Kultureinrichtungen oder Kulturschaffende, die gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen kulturelle Bildungsprozesse gestalten möchten. Die Angebote werden in Kooperation mit weiteren hessischen Akteur*innen entwickelt und durchgeführt. Die Angebote sind freiwillig und finden außerschulisch statt. Suchen Sie sich für die Entwicklung und Durchführung des Projekts mindestens eine*n weitere*n hessische*n Kooperationspartner*in. Beachten Sie, dass auch wenn der Großteil des Projekts von Honorarkräften (Projektleitung, Workshopleitung etc.) oder kooperierenden Einrichtungen durchgeführt werden sollte, Sie als Antragsteller*in die Verantwortung für die Abwicklung und für einen korrekten Verwendungsnachweis der Fördergelder tragen.

 

Wer kann den Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind in erster Linie gemeinnützige Kunst- und Kultureinrichtungen, kulturelle Initiativen, Kreise, Kommunen und Kommunale Kultureinrichtungen. Die antragstellende Einrichtung hat ihren Sitz in Hessen und die Maßnahmen finden in Hessen statt.

 

Sind auch Einzelpersonen/Freie Kulturschaffende antragsberechtigt?

Einzelpersonen/Kulturschaffende bzw. natürliche Personen aus der Kulturellen Bildung können Kooperationspartner*innen oder Mitantragsteller*innen sein, unter der Voraussetzung, dass eine ordnungsgemäße Geschäftsführung und bestimmungsgemäße Verwendung der Fördermittel gewährleistet ist sowie dass das Vorhaben als nicht-kommerziell einzustufen ist. Grundsätzlich wird empfohlen, dass Einzelakteur*innen ihre Projektidee zusammen mit einer kulturellen Einrichtung und weiteren Kooperationspartner*innen umsetzen, die bereits Erfahrung mit der Verwaltung von Fördermitteln haben und bei administrativen Tätigkeiten unterstützen können.

 

Kann ich einen Antrag stellen, wenn ich schon einmal vom Kulturkoffer gefördert wurde?

Ja, Kulturkoffer-Zuwendungsempfänger*innen können für ein thematisch neues Projekt einen Antrag stellen. Wenn Sie Ihr Kulturkoffer-Projekt fortsetzen möchten, sollte das Projekt weiterentwickelt werden: Sie sollten in Ihrem Antrag deutlich machen, was Sie aus Ihrem Vorprojekt übernehmen wollen und warum und was der neue Aspekt Ihres Folgeprojekts ist, der es förderwürdig für den Kulturkoffer macht.

 

Wer ist nicht antragsberechtigt?

Nicht antragsberechtigt sind staatliche Einrichtungen als Teil der hessischen Landesverwaltung sowie formale Bildungsorte wie Kitas, Schulen und Hochschulen. Diese können jedoch als Kooperationspartner*innen beteiligt sein.

 

Wer kann alles Kooperationspartner*in sein?

Die Kooperationspartner*innen sollten sich mit Blick auf die Zielgruppe und die Anforderungen an die kulturelle Vermittlungsarbeit in ihren Kompetenzen, Perspektiven und Strukturen möglichst ergänzen: sei es durch Expertise in den unterschiedlichen Bereichen der Kulturellen Bildung, der künstlerischen Arbeit, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, durch Zugang zur Zielgruppe oder die Bereitstellung von Infrastruktur. Ihr Antrag sollte die Aufgabenaufteilung zwischen den Kooperationspartner*innen deutlich machen und außerdem aufzeigen, welche nachhaltigen Auswirkungen Sie sich von der Kooperation erhoffen.
Kooperationspartner*innen können beispielsweise Einrichtungen aus den Bereichen Kulturelle Bildung, Jugend, Bildung, Soziales, Umwelt oder Sport sowie Kommunen, Landkreise, (Regional-)Verbände oder Stiftungen sein.

 

Muss ein*e Kooperationspartner*in bestimmte Anforderungen erfüllen?

Die Kooperationspartner*innen sollen das Projektvorhaben gemeinsam planen und durchführen und sich sowohl inhaltlich als auch finanziell einbringen. Die Zusammenarbeit der Kooperation muss von inhaltlicher Qualität sein und über eine rein finanzielle bzw. infrastrukturelle Beteiligung einer Seite hinausgehen.

 

Falls Sie sich unsicher sind, ob der Kulturkoffer das passende Förderinstrument für Ihre Projektidee ist, setzen Sie sich mit der Koordinierungsstelle in Verbindung! Wir beraten Sie gerne und freuen uns, mit Ihnen in Kontakt zu kommen.

Die Voraussetzungen